>> Erinnerungen an Franz Abt zum 125. Todestag

Erinnerungen an Franz Abt
Ein Bericht von Erich Lüneburg, 2.Vorsitzender des BMGV


Am 31. März 2010 ist sein 125. Todestag und wer kennt nicht sein Denkmal gegenüber dem Staatstheater? Wer war Franz Abt?


Abt war ein bedeutender Braunschweiger Komponist von Volksliedern. Er war ab 1853 Musikdirektor und ab 1855, 1.Hofkapellmeister am Hoftheater bis 1882. Nebenbei war Abt von 1858-1882, 1.Liedermeister des Braunschweiger Männergesangvereins von 1846. Er ist am 22.12.1819 in Eilenburg / Sachsen-Anhalt geboren und 1885 in Wiesbaden verstorben. 30 Jahre wirkte er erfolgreich in Braunschweig.


Es folgen 2 kleine Geschichten über den Mensch und Komponist Franz Abt, wie er wirklich war.


Der Komponist Franz AbtFranz Abt


Zitat aus der Festschrift "Konzert zum 100.Todestag 1985" von Winrich Zeiss, unserem Chorleiter von 1983-1988:


Trotz vieler genialer Einfälle schien Abt als unermüdlicher Schöpfer neuer Lieder nicht immer eine "leichte Hand" gehabt zu haben. Eine seinem Naturell eigene Unbekümmertheit und auch seine ihm gelegentlich mangelnde Fähigkeit, eine gute Grundidee zu einem ihr angemessenen Abschluss zu bringen, ließen ihn seine Kompositionsentwürfe meist mehrfach überarbeiten.

Die Erkenntnis doch nicht zu den ganz Großen im Musikleben seiner Zeit gehört zu haben, scheint er recht gelassen gegenübergetreten zu sein .Nur so mag seine freundliche Einstellung seinem Züricher Kollegen Richard Wagner gegenüber zu verstehen sein, dessen Unfreundlichkeiten er seinen Freunden "schmunzelnd" mitzuteilen pflegte.


Übrigens: Seine Liebe zum Wein - in Braunschweig bevorzugte er allerdings Magdeburger-Schwarzbier – ist durch seine Briefe belegt: Sie verhalf ihm sicherlich zu manch erfolgreichen Einfällen. Er ist hier in guter Gesellschaft, man denke nur an Schubert und Rossini.


Der Mensch Franz Abt


Ausschnitte aus der braunschweigischen Landeszeitung vom 17.März 1935 -zum 50. Todestag Abts, damals geschrieben von Redakteur Erwin Mundt, der dann von 1966-1982 1. Vorsitzender des BMGV war, anschließend bis 1986 Ehrenvorsitzender.


Seine Kinder haben die Liebe und Güte ihres Vaters, von dem sie in jenen Jahren angeblich gar nicht wussten, wie berühmt er war, kennen gelernt.

Einfach und bescheiden ist er gewesen. Als weitere Tugend gesellt sich dazu die des Frühaufstehers. Im Sommer um 5Uhr, und im Winter um 6 Uhr- begab sich Abt schon an die Arbeit und arbeitete für die vielen Verleger.

Und abergläubisch war der gute Franz auch. Die Bedeutung des Tages hing für ihn stets davon ab, wer ihm des Morgens als erstes begegnete. Um des Himmels Willen, ja keine alte Frau, auf sie legte Abt als erste Morgenbegegnung keinen Wert!

Da war ihm ein hübsches, junges Mädchen schon lieber! Und wie oft musste "das liebe Gretchen" (seine Tochter) von der Mutter freundlichem Blick dazu ermuntert, aus dem Hause Fallerslebertor Promenade 2, in dem Abts wohnten, um die Ecke nach der Fallerleberstr. laufen. Wie erhellten sich die Züge Franz Abts, wenn ihm als 1. Mensch sein Töchterchen den Morgengruß entbot. Denn damit war wieder einmal der ganze Tag gerettet.


Liebe Leser, versetzen sie sich doch mal in das 19. Jahrhundert zurück als in der Welt alles geruhsamer, bescheidener und gemütvoller zuging, um empfinden zu können, was unsere Vorfahren bewegte.
Erst dann erschließt sich uns Franz Abts' zu Herzen gehende Musik.


Abts berühmtestes Lied "WENN DIE SCHWALBEN HEIMWÄRTS ZIEHEN" können Sie übrigens im August 2010 im Rahmen der Braunschweiger-Kulturnacht hören.