>> Geschichte des Braunschweiger Männergesangvereins von 1846 e.V.

Braunschweiger Männergesangverein mit Tradition und Bürgerengagement -
Der BMGV als ältester Gesangverein unserer Stadt
Ein Bericht von Erich Lüneburg, 2.Vorsitzender des BMGV


Zur Geschichte


Zur Zeit des Aufbruchs der Bürger in den deutschen Landen, den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, wurde im Dezember 1845 der „Liederkranz im medicinischen Garten“ gegründet.

Die Stifter dieses Vereins beschlossen, mit Gründungsdatum 5. März 1846 den Verein „Braunschweiger Männer-Gesang-Verein“ (BMGV) zu nennen. Zum Präsidenten und Liedervater wurde der Fabrikant E.W.T. Grassau gewählt. Schon im Gründungsjahr traten die Liederbrüder mehrfach öffentlich auf.

Im Sommer 1846 erging an den jungen BMGV die Aufforderung, in der Asse ein Sängerfest zu veranstalten, an dem etwa 450 Sänger teilnahmen.

Dem Verein schlossen sich in kurzer Zeit viele namhafte Bürger Braunschweigs an, so dass er bei seinem ersten eigenen Konzert im „Medicinischen Garten“ am 12. Dezember 1846 21 aktive und 175 passive Mitglieder hatte.

In den geschichtlichen Tagebüchern des BMGV

sind die zahlreichen Konzerte, Stiftungsfeste und Sängerfahrten mit Sängern aus Braunschweig, Hannover, Nienburg, Wernigerode, Bremen, Hamburg, Berlin, Worms, Wuppertal, Wien und die Mitwirkung an den großen Sängerfesten des Bundes der Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln aufgezeichnet.

Dem Bund – jetzt Chorverband Niedersachsen - Bremen gehört der BMGV seit 1851 an. Der Bund selbst wurde am 16.7. 1831 in Nienburg gegründet und wird in diesem Jahr 175 Jahre alt.

Großen Einfluss auf das Vereinsleben und die Verbundenheit der Sänger zu ihrem BMGV hatte das im Jahr 1918 erworbene Sängerheim in der Parkstraße 9, das auch anderen Gesangvereinen Heimstätte war. Hier wurde am 26.3.1950 der Sängerkreis Braunschweig im Deutschen Sängerbund gegründet.

Nachdem das Sängerheim 1986 verkauft werden musste, probt der BMGV seit 1987 im Stadtparkrestaurant.


Wichtige Chormeister


Die musikalischen Erfolge des BMGV sind vor allem durch namhafte Chormeister möglich gewesen, die der Verein für sich gewinnen konnte. Zwei sollen besonders herausgehoben werden: Franz Abt und Kurt Teichmann.

Von 1852 bis 1882 war der hochgeschätzte Komponist und Herzogliche Hofkapellmeister Franz Abt musikalischer Leiter des BMGV. Franz Abt wurde 2005 bei der Wahl der 100 größten Braunschweiger auf Rang 40 gewählt. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm der Kapellmeister und Chordirektor des Staatstheaters Braunschweig, Kurt Teichmann den Chor und leitete ihn von 1946 bis 1977 erfolgreich.


Der Umbruch zur Gegenwart


In den 70- und 80er Jahren schlossen sich Sänger, deren Vereine aufgelöst wurden, dem BMGV an.

In mehreren Etappen (von 1986 bis 1999) wurden dem Städtischen Museum alle wesentlichen Erinnerungsstücke sowie der Prunkschrank von 1896 als Schenkung übergeben und dem Stadtarchiv das Schriftgut. Somit bleibt die Geschichte des BMGV als Teil der Kulturgeschichte Braunschweigs für die Nachwelt erhalten.

Seit der Wende pflegt der BMGV eine Freundschaft mit dem Wernigeröder Männerchor von 1848. Der Kontakt geht auf den MGV-Arion Braunschweig zurück, er bestand seit 1898 bis in die 50er Jahre hinein. Erst die Wende machte es möglich an diese Verbundenheit anzuknüpfen.

1990 hob der Wernigeröder Männerchor das Sängerfest auf dem „Armeleuteberg“ Wernigerode aus der Taufe. Dieses Fest wird seit 2000 als Pfingsttreffen (an verschiedenen Orten zwischen Braunschweig und Wernigerode) fortgesetzt. Bei diesen Treffen wirkt der BMGV seit 1999 in Chorgemeinschaft mit dem Post-Männerchor Braunschweig mit.


Der BMGV als Förderer des lokalen Chorgesangs


Die Aufgaben des BMGV lauten heute:

Als Beispiele seien einige Höhepunkte der letzten Jahre aufgeführt:


Der BMGV blickt auch nach mehr als 160 Jahren mit Freude und Neugier auf die Zukunft und freut sich, weiterhin ein Partner für den Chorgesang in der Region zu sein.


Mit freundlichen Grüßen



Erich Lüneburg